Gerhard Strub feierlich verabschiedet

Erstellt am 18.05.2019

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Die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores  hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, um ihren langjährigen Chorleiter zu verabschieden. Während des Abendmahlgottesdienstes in der Erlöserkirche brachten sie stimmgewaltig für die Gemeinde die „Deutsche Messe“ von Franz Schubert (D 872/1827) in der ursprünglichen Orgelfassung zur Aufführung.

Gemeinsam mit Kirchenmusikdirektor i.R. Gerhard Strub hatten sie dieses Werk einstudiert und zeigten im Gottesdienst mit den acht Stücken, was sie unter ihm gelernt hatten. Großer Beifall am Schluss des Gottesdienstes dankte es ihnen. Der Dank galt aber auch und besonders dem Dirigenten und Chorleiter Gerhard Strub, der nach über sechs Jahren nunmehr seine Tätigkeit in Attendorn und den Nachbargemeinden aufgibt und deshalb jetzt offiziell verabschiedet wurde.

Als Gerhard Strub im Jahre 2012 als Kirchenmusikdirektor des Kirchenkreises Plettenberg gerade in den wohlverdienten Ruhestand gegangen war, erhielt er, wie er erzählte, einen Anruf aus Attendorn, ob er sich vorstellen könne, dort den Kirchenchor zu übernehmen. Er sagte zwar zu, es übergangsweise zu tun, aber festlegen wollte er sich damals nicht.

Aber wie das so mit den Provisorien ist, inzwischen sind daraus über sechs Jahre konstruktive regelmäßige Arbeit mit dem Chor, aber auch ein regelmäßiges Begleiten der Gottesdienste an der Orgel geworden. „Ja, es wurde daraus mehr, als pflichtschuldig nach Dienstvorschrift zu arbeiten, weil der Dienst einfach mit großer Freude verbunden war“, so Strub.

Dass er jetzt seine Arbeit in der Gemeinde einstelle, liege nicht an der Kirchengemeinde, sondern an seiner persönlichen Situation. Nach dem unerwarteten Tod seiner Ehefrau hat er sich entschlossen, zur Familie seiner Tochter nach Königslutter zu ziehen.

Gerhard Strub hat Kirchenmusik an der evangelischen Kirchenmusikschule in Heidelberg studiert. Nach seinem A-Examen im Jahr 1976 war er zuerst Bezirkskantor in Schwetzingen-Oberheidelberg. Bereits 1981 zog es ihn nach Plettenberg, wo er bis zu seinem Ruhestand im Februar 2012 als Kantor, Kreiskantor, Landessingwart und zuletzt als Kreismusikdirektor tätig war.

Den evangelischen Kirchenchor hat Strub in den Jahren so gefordert und weiter entwickelt, dass er gemeinsam mit den Sängerinnen und Sängern (aber auch in Zusammenarbeit mit anderen Chören der Stadt) große Meisterwerke wie die Kantate „Ein feste Burg“ und das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aufführen konnte. 

Karl-Hermann Ernst