Liebe Gemeinde,

fast auf den Tag genau 23 Jahre lang bin ich als Pastor in Attendorn tätig gewesen: Am 2. November 1997 bin ich in der Erlöserkirche gemeinsam mit Andreas Schlie­be­ner als Pfarrer eingeführt worden – voller Freude auf die neue Aufgabe, auch voller Spannung, wie es sein wird – in einer völlig neuen Umgebung, mit lauter neuen Menschen und vor allem: mit der neuen Aufgabe, der Verantwortung als Pfarrer dieser Gemeinde.

 

Um gleich vorweg zu sagen, wie es für mich geworden ist: richtig gut! Ich bin mit offenen Armen aufgenommen worden, habe eine Gemeinde, ein Presbyterium erlebt mit Menschen, die offen und begeisterungsfähig für Neues sind – auch für manche auf den ersten Blick eher schräge Ideen:

- So haben wir vor über 20 Jahren die Attendorner Tafel ins Leben gerufen, um so Notleidenden ganz direkt und ganz konkret zu helfen. Sofort haben ganz viele mitgearbeitet, haben sich eingebracht – und anders würde es ja auch gar nicht gehen. Bis heute nicht. Dabei wirkt die Attendorner Tafel weit über die Gemeindegrenzen hinaus.

- Als die Überlegung anstand, die kleine und wenig besuchte Gemeindebücherei zu schließen, haben wir stattdessen eine Kinder- und Jugendbücherei aufgebaut – und wiederum schnell ein tolles Team gefunden, das das zu seiner Aufgabe gemacht hat. Dass wir vor einigen Jahren den Ehrenamtspreis des Landes Nordrhein-West­fa­len gewonnen haben, ist für mich eine ganz besondere Würdigung dieser Arbeit.

- In Zeiten, in denen anderswo Kirchen und Gemeindehäuser geschlossen worden sind, haben wir an der Danziger Straße ein Ladenlokal angemietet und das „lebensfroh“ eingerichtet, unser Begegnungs- und Sozialzentrum. Und wieder haben ganz viele das zu ihrer Sache gemacht, so dass es wirklich ein Haus voller Leben geworden ist – auch wenn in dieser Corona-Zeit aktuell nicht zu Begegnungen einladen können.

 

Impulse, die oftmals nicht unbedingt dem klassischen Bild von Kirche entsprechen – und die wir hier doch gemeinsam umgesetzt haben. Das ist für mich unglaublich erfüllend und bereichernd gewesen. Und so manches andere ließe sich hier noch ergänzen – alles Dinge, die mich bewegen, wenn ich auf die Jahre hier zurückblicke.

 

Da sind unzählige Begegnungen und Gespräche – bei Taufen und Beerdigungen, bei Geburtstagen und an Krankenbetten, zufällig auf der Straße und in Sitzungen und Arbeitskreisen, die mir in den Sinn kommen. Ich denke gerne an so manche Konfirmandenstunde, an die Freizeiten mit den Jugendlichen, mit den Familien. Im Kindergarten konnte ich die Arbeit mitplanen, vor allem aber habe ich dort mit den Kindern Andachten und Gottesdienste gefeiert und so Kontakt bereits zu den Kleinsten der Gemeinde und damit auch zu ihren Eltern bekommen. Viele Schulgottesdienste haben meinen Alltag geprägt, vie­le Gottesdienste und Andachten in den Seniorenheimen und im Krankenhaus. Und dann natürlich immer wieder die Gottesdienste in der Erlöserkirche, in der Friedenskirche und bis November 2018 in der Grundschule in Helden.

 

Ich will Ihnen jetzt nicht meinen Arbeitsalltag als Pastor in all seinen Einzelheiten schildern, aber eines möchte ich Ihnen doch von Herzen  weitersagen und mich bei Ihnen dafür bedanken, dass es so gewesen ist: Ich bin all die Jahre hier – auch wenn es natürlich  herausfordernde und belastende Situationen ge­geben hat und ich auch schwere Entscheidungen in der Gemeinde treffen musste – gerne Pastor gewesen und auch als Familie leben wir gerne in Attendorn.

 

Darum Ihnen allen ein herzliches Dankeschön für diese Zeit und vor allem Gottes Segen und alle guten Wünsche für den weiteren Weg – für Sie persönlich und auch für die Gemeinde insgesamt!

Zu meinem Abschied haben mich viele Karten, Briefe und Zeichen der Verbundenheit erreicht; darüber freue ich mich riesig: Ihr Zuspruch stärkt und ermutigt mich sehr - danke!

 

Ihr

Pastor Christof Grote

Grußwort Dechant Andreas Neuser

Dechant Andreas Neuser

Geh, mit Gottes Segen…

 

Auch bei den Katholiken in Attendorn gab es zwei Reaktionen, als sich die Nachricht von der Wahl von Pastor Dr. Christof Grote zum Superintendenten in der Stadt verbreitete. Die eine: „Schade, dass er nicht mehr in Attendorn arbeiten wird!“ Viele haben seine Arbeit anerkennend wahrgenommen und vor allem seine menschliche Art geschätzt. Die andere Reaktion: „Herzlichen Glückwunsch – ihm persönlich und dem Kirchenkreis!“ Das ist der Richtige für diese verantwortungsvolle Position in der evangelischen Schwesterkirche.

Genau so geht es mir persönlich auch. Wenn ich an die gemeinsamen Jahre hier in Attendorn denke, fallen mir unzählige Gelegenheiten ein, wo wir uns getroffen und gemeinsam Gottesdienste gestaltet haben. Angefangen von ökumenischen Schulgottesdiensten, Trauungen, verschiedenen Segensfeiern – bis hin zu Projekten in Diakonie und Caritas. Es war immer ein Miteinander auf Augenhöhe, das gleichzeitig auch ein Zeugnis für den gemeinsamen, christlichen Glauben war.

Über das Dienstliche hinaus hat sich im Laufe der Jahre auch ein persönlicher „Draht“ entwickelt. So konnte man uns beiden immer mal wieder auf einer gemeinsamen Runde um den Wall entdecken, die dann in einer Einkehr bei Cafe Harnischmacher ihren Abschluss fand. Was auf diesen Runden besprochen wurde, bleibt natürlich unser Geheimnis. Denn ich hoffe, dass das Persönliche - auch über seine „Versetzung“ nach Lüdenscheid hinaus - in anderer Form erhalten bleibt.

Also: Von Seiten der katholischen Schwesterngemeinde aber auch von mir persönlich: alles Gute und Gottes Segen für die neue Aufgabe! Bis wir uns mal wiedersehen….

„Gutes sollte man teilen…“ Attendorner Gemeinde verabschiedet sich von Dr. Christof Grote

Nach dem Aufstellen der Gabentische und dem Schmücken der Garage: Vorsitzender des Bezirksausschusses der Gemeinde Lars Kirchhoff mit Ehefrau, das Mitglied des Bezirksausschusses Dr. Linda Neumann und die ehemalige Presbyterin Margret Krüger (von links) Foto: Karl-Hermann Ernst

Attendorn. Da hatten sich die Verantwortlichen wochenlang auf diesen Festgottesdienst vorbereitet und dann kam doch alles wegen der aktuellen Corona-Entwicklung ganz anders. Statt am Reformationstag einen Festgottesdienst aus Anlass der Reformation, des 70-jährigen Bestehens des Evangelischen Posaunenchores Attendorn und der Verabschiedung von Pfarrer Dr. Christof Grote als Gemeindepfarrer in der Hansestadt feiern zu können, durfte es nur ein „normaler“ Präsensgottesdienst sein, der allerdings im Livestream übertragen wurde.

War es geplant, vor dem Gottesdienst Glückwünsche, Karten und Geschenke zum Abschied seitens der Gemeinde Dr. Grote zu überreichen, mussten sich die Mitglieder des Bezirksausschusses Attendorn der evangelischen Kirchengemeinde Attendorn-Lennestadt eine Alternative einfallen lassen.

Mit Genehmigung der Familie Grote-Berthold bauten sie in der Garage Gabentische für den neuen Superintendenten auf. Als dieser nach einer Dienstfahrt seinen Wagen in die Garage fahren wollte, wurde er davon überrascht. Dr. Grote freute sich riesig, dass es der Gemeinde auch in dieser schwierigen Zeit gelungen war, sich auf diese unorthodoxe Weise von ihm als Gemeindepfarrer zu verabschieden.

Das Abschiedsgrußwort des Vorsitzenden des Gesamtpresbyteriums, Wolfgang Dröpper, das ja nun nicht mehr gehalten werden konnte, legten die fleißigen Helfer unter das Geschenk, sodass Christof Grote auf diese Weise erfahren konnte, wie sehr die Gemeinde ihn vermissen wird und ihm trotzdem alles Gute für die neue Aufgabe als Superintendent des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg wünscht.

Wolfgang Dröpper erinnerte in seinem nicht gehaltenem Grußwort daran, dass Dr. Christof Grote nach seiner Amtseinführung am 2. November 1997 23 Jahre lang der Gemeinde seinen Stempel aufgedrückt habe: „Du hast dich um einige Arbeitsbereiche unserer Gemeinde und vor allem auch um die dort mitarbeitenden Haupt-und Ehrenamtlichen besonders gekümmert. Nur beispielhaft möchte ich dabei die Frauenhilfe und unsere Kinder- und Jugendbücherei nennen sowie unseren Martin-Luther-Kindergarten und das weite Feld der Diakonie.“

Hierbei seien insbesondere die Kleiderkammer und die „Attendorner Tafel“ zu nennen. Beide habe Dr. Grote seit zwei Jahrzehnten unter zum teil schwierigen räumlichen Bedingungen begleitet. Inzwischen hätten sie ihre Heimat im Sozialzentrum „lebensfroh. Kirchen im Laden“ gefunden, dessen Initiator und Motor er seit Jahren gewesen sei.

Mit Blick auf das neue Amt als Superintendent wies Dröpper auf eine Aussage einer Kirchenkreismitarbeiterin hin, die in den sozialen Netzwerden geschrieben hatte. „Gutes soll man teilen  …. jetzt ist dann der Kirchenkreis dran…“.

Mit einem direkten Wunsch einer eindringlichen Bitte, schloss der Vorsitzendes des Presbyteriums sein Grußwort: „Lieber Christof, vergiss unsere – deine – Diaspora-Gemeinde nicht, sondern begleite und unterstütze uns und unsere Entwicklung auch von deinem neuen Dienstsitz in Lüdenscheid aus.“   

Der Gottesdienst schloss mit dem Bach-Choral „nun danket alle Gott“  und „Der Mond ist aufgegangen vorgetragen vom Posaunenchor unter der Einhaltung der Abstandregeln vor der Erlöserkirche.

                                       khe

Aktuelles

Aufgrund der Coronapandemie finden viele Gruppenstunden vorübergehend leider nicht statt. Gottesdienste dürfen unter Einhaltung der besonderen Hygienevorschriften weiterhin gefeiert werden.

Aktuelle Meldungen

Pfarrer Dr. Christof Grote neuer Superintendent des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg

Neues aus den Leitungsgremien

Der Konfirmandenunterricht Jahrgang 2019/2020 startet wieder/Anmeldung zum kirchlichen Unterricht 2020/2022

Nachrichten aus dem Partnerkirchenkreis Missenye

30 Jahre Vorsitz Presbyterium

Die Taschengeldbörse startet wieder! Im Zuge der Lockerungen der Corona-Pandemie möglich

Hohe Wahlbeteiligung: Presbyterinnen und Presbyter aus der Bezirksgemeinde Attendorn gewählt

Jusos und Ev. Kirche richten Gabenzaun für Bedürftige ein - Aktion am Lebensfroh-Begegnungszentrum unter dem Motto „Helfen kann so einfach sein“

Spontane Hilfsaktion zu Corona-Krise: „Wohl zu Hause“ springt ein/Der diakonische Dienst ist Dank Glücksspirale mit neuem Auto für Attendorn unterwegs

Vereinigung der Evangelischen Kirchengemeinden Attendorn, Finnentrop, Grevenbrück und Lennestadt-Kirchhundem

Meldungen aus der Landeskirche

24.11.2020

Soforthilfe für Partnerkirche nach Tropenstürmen in den Philippinen

24.11.2020

Augustinus Purba, Moderator der Protestantischen Karo-Batak Kirche, an den Folgen seiner COVID-19-Erkrankung verstorben

19.11.2020

Digitale Möglichkeiten auch künftig genutzt / Die „Frage nach Gott“ wird intensiv diskutiert

Wichtige Kontakte im Überblick

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Tel   02722-25 79
Mail  infodontospamme@gowaway.evangelisch-in-attendorn.de

Öffnungszeiten: Di. 9.00-12.00 Uhr und Do. 15.00-18.00 Uhr

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02721-714 04 40
lp-kg-attendorn-lennestadtdontospamme@gowaway.kk-ekvw.de

Öffnungszeiten: Mo. 9.30 -11.30 Uhr; Di. 15.00-17.00 Uhr; Mi. 15.00-17.00 Uhr und Do. 9.30-11.30 Uhr

Kontonummer


Pfarrer Andreas Schliebener
Vorsitzender des Presbyteriums: Wolfgang Dröpper

Kleiderkammer

Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es in der Kleiderkammer zur Zeit keine regelmäßigen Öffnungszeiten.

Kleiderabholung: Bei Bedarf wenden Sie sich bitte zur Verabredung eines Termins zur Abholung  an: Claudia Schulz, Tel.: 0163 / 73 67 592 oder- Elke Lesko, Tel.: 02722 / 2907

Kleiderannahme: Gut erhaltene, saubere Kleidung nehmen wir gerne an. Bitte wenden Sie sich auch hier zur Terminverabredung an: Claudia Schulz, Tel.: 0163 / 73 67 592 oder Elke Lesko, Tel.: 02722 / 2907. Bitte keine Spenden vor der Tür abstellen!

!!! Achtung: Wir können nur Kleidung annehmen.Für alles andere (Hausrat, Geschirr, Spiele, Bücher) wenden Sie sich bitte an die Möbelbörse „Holzwurm“ im „lebensfroh. Kirche im Laden“).

 

Gemeindebrief

Der neue Gemeindebrief wird diese Woche etikettiert und liegt dann zur Abholung für alle Verteilerinnen und Verteiler bereit.